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Stadt ist.

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Julia Mensch «La vida en rojo»

1. September bis 17. November 2019, Vernissage Sonntag 1. September 12.30 Uhr

Ein besseres und gerechteres Leben für sich selbst und ihre Nachkommen, das erhoffen sich viele Menschen. Manche verlassen dafür ihre Heimat. So auch die Familien der Grosseltern von Julia Mensch, die einst aus Europa nach Argentinien aufgebrochen waren. Was die Sache interessant macht: Der Grossvater Rafael Mensch und die Grossmutter Isabel Forte waren überzeugte Kommunisten – in einem Land, in dem der Sozialismus nie realisiert wurde und Utopie geblieben war, fanden sie im Klassenkampf und der internationalen Solidarität ihre eigentliche Heimat.
Seit 2008 arbeitet Julia Mensch an ihrem Langzeitprojekt «La vida en rojo–Das Leben in Rot». Dieses nimmt, wie sie schreibt,«das private und politische Leben von Isabel und Rafael zum Ausgangspunkt» einer mit künstlerischen Mitteln geführten «Untersuchung der Geschichte des Kommunismus im 20. Jahrhundert, des Gebrauchs von persönlichen Dokumenten zur Reflexion über Geschichtsschreibung und der Veränderungen der Bedeutung von Bilddarstellungen in verschiedenen Zeiten und Kontexten. Das Projekt entstand aus dem Bedürfnis heraus, die Art und Weise, wie meine Eltern und Grosseltern mit dieser Geschichte umgegangen sind, zu verstehen und damit Werkzeuge meiner eigenen Generation konstruieren zu können, um in der Gegenwart zu handeln.» 

Julia Mensch ist 1980 in Buenos Aires geboren und lebt heute hauptsächlich in Berlin. 

 

«Touch me I'm Sick» – Kunst begegnet Krankheit

Mitte Januar bis Ende März 2020

Im Leben ist Krankheit ein grosses Thema, in der Kunst ist sie ein heikles Terrain. Dennoch oder gerade deswegen wagen sich Künstlerinnen und Künstler immer wieder an das existenzielle Thema. Die Ausstellung bringt rund zehn Positionen zusammen, die in ganz unterschiedlichen Medien – mittels Zeichnung, Malerei, Video und Installation – von der Begegnung mit Krankheit erzählen. 

In ihrem kleinen Essay «On beeing ill» schrieb Virginia Woolf, Krankheit und Schmerz seien das Gegenteil von Sprache. Die Unmittelbarkeit der Krankheit entzieht sich der Sprache und lässt sich nur schwer (objektiv) vermitteln. Wenn sich die Kunst mit Krankheit auseinandersetzt, dann stösst sie ziemlich schnell an eine Grenze, die sich an genau diesen Fragen reibt. Wie nah, wie konkret darf Kunst der Krankheit kommen? Dürfen künstlerische Statements auf unser Gemüt zielen, an unser Mitleid appellieren? Wie wird der Einzelfall, die konkrete Erfahrung zu einem Gegenstand, der adäquat kommunizierbar und damit auch debattierbar wird? Zehn Positionen zeigen unterschiedliche Möglichkeiten, einen Umgang mit dem existentiellen Thema zu finden.