Benjamin Nuel - Hôtel

4. September bis 3. November 2013

Eine Gruppe von Terroristen und Polizisten vertreibt sich in einem Hotel auf dem Land die Zeit. Obschon schwer bewaffnet und in voller Montour, hängen die ehemals Verfeindeten untätig herum und langweilen sich bis zum Weltuntergang. So die Ausgangslage von Benjamin Nuels Projekt «Hôtel» Die Helden und Bösewichte sind aus dem Videogame «Counter Strike»  entflohen und beschäftigen sich seither mit Volleyball, Schiessübungen oder Fischen.

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Ohne Mission, Mord und Totschlag werden sie zusehends phlegmatisch und melancholisch. Ganz abseits der gewohnten brutalen Kriegsszenerie sind sie gezwungen, sich mit sich selbst zu beschäftigen und über ihr Dasein zu philosophieren. Eigentlich könnte es in der skurrilen Ferienidylle eine Rente in Frieden geben, ein Happy-End sozusagen, aber ungewöhnliche Vorfälle mischen die Welt von "Hôtel" auf. Ein sprechendes Huhn, Riesenschmetterlinge, vom Himmel stürzende Gewehre, schwarze Löcher – das Leben auf dem Lande wird zunehmend rätselhafter. Die Welt fällt Stück für Stück auseinander – aber warum denn nur? «Hôtel» von Bejamin Nuel ist ein mit existenziellen Fragestellungen unterfüttertes Crossmediaprojekt zwischen Animaton, alternativem Gamedesign und bildender Kunst. Die Präsentation im Kunstraum Baden umfasst einen Kinoraum, zwei Spielkonsolen und eine mannshohe Skulptur aus Sand, die Benjamin Nuels Welt im Hier und Jetzt verankert.

Benjamin Nuel wurde 1981 in St. Etienne geboren. Er hat in Strasbourg und in Fresnoy studiert und lebt und arbeitet heute in Paris. «Hôtel» war auf der Website des Kultursenders ARTE zu erleben und wurde in mehreren französischen Institutionen gezeigt, u.a. im Espace multimédia Gantner in Bourogne und im Centre Pompidou in Paris. Die Ausstellung "Hôtel" ist bereits die sechste Kooperation zwischen Kunstraum Baden und Fantoche.   

Vernissage mit Künstlergespräch zwischen Benjamin Nuel und Valérie Perrin, Leiterin Espace Multimédia Gantner, Bourogne (F) am Mittwoch, 4. September 2013, 19 Uhr 
«Ansichten» Gespräch in der Ausstellung Mittwoch 18. September 19.00 Uhr 
«Sind Computerspiele Kunst?» Podium Mittwoch 16. Oktober 19.00 Uhr